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Vogelmiere – Stellaria media

Vogelmiere
Vogelmiere

Die Vogelmiere ist im Garten nicht immer gern gesehen. Sie breitet sich gern flächenmäßig im Gemüsebeet oder auf brach liegenden Flächen aus. Wer sie im Garten findet, sollte sich jedoch darüber freuen, sie bietet uns nicht nur zahlreiche Vitamine und Mineralien, und zwar das ganze Jahr über, sie schützt auch den Boden vor Austrocknung. Für Vögel ist sie eine beliebte Futterpflanze.

Im Mittelalter galt sie als Schutzpflanze gegen Hexenzauber und Verwünschungen. Jungen Mädchen wurde diese Pflanze oft ins Bett gelegt, um sie vor unschicklichen Angeboten zu schützen. Magier brauten aus Vogelmiere, Ringelblume und Beinwell eine Salbe um den Teufel auszutreiben. Und in Japan ist sie ein wertvolles Kraut, das zum Fest der sieben Kräuter im Reisbrei “Nanakusa gayn” verwendet wird. Er soll ein langes Leben schenken.

Familie: Nelkengewächse

Volksnamen: Sternmiere, Sternenkraut, Hühnerabbiss, Hühnerdarm, Mäusedarm

Standort: sonniger bis schattiger Standort mit nährstoffreichem lehmigem Boden. Besiedelt gern brach liegende Flächen und feuchte Wiesen.

Beschreibung: Die Vogelmiere ist ein zierliches Kräutlein, welches oft dichte Polster bildet und bis zu 40 cm hoch werden kann.

  • Der Stängel ist dünn und rund, er weißt eine weiche dicht behaarte Haarlinie auf, wie bei einem Irokesen. Zieht man den Stängel vorsichtig auseinander, kommt ein elastischer “Darm” zum Vorschein. Ähnlich einem zarten Gummiband.
  • Die Blätter sind oval und spitz, sie können bis zu 3 cm lang werden.
  • Die kleinen weißen sternförmigen Blüten sind nur wenige Millimeter groß. Insgesamt sind es fünf tief eingeschnittene Kronenblätter, die einzeln wie kleine Hasenohren aussehen.
  • Die Früchte der Vogelmiere sind sogenannte Kapselfrüchte, die sie fast das ganze Jahr über bildet. Eine Pflanze bringt bis zu 15.000 Samen hervor und pro Jahr erwachsen daraus mehrere Generationen.
  • Die zarten Wurzeln breiten sich nur flach im Boden aus.

Was steckt drin: Aucubin, Carotinoide, Eisen, Flavonoide, Gamma- Linolensäure, Kalium, Kalzium, Kieselsäure, Magnesium, Saponine, Schleimstoffe, Selen, Vitamine A+B+C

Verwechslungsgefahr: Verwechselt werden kann die Vogelmiere mit dem giftigen Acker- Gauchheil, dieser blüht allerdings orange- rot und besitzt auch keine Haarlinie (wichtiges Erkennungsmerkmal)

Was ernte ich und wann: Von der Vogelmiere kann das ganze Kraut verwendet werden und zwar das ganze Jahr über. Auch im Winter unter dem Schnee entdeckt man dieses zarte Pflänzchen.

Vogelmiere im Winter
Vogelmiere im Winter

Eigenschaften: adstringierend, anregend, blutbildend, blutreinigend, blutstillend, entzündungshemmend, harntreibend, kräftigend, krampflösend, reizlindernd, schleimlösend und schmerzstillend

Ernährung: Die Vogelmiere sollten wir unbedingt in unsere tägliche Ernährung einbauen, denn sie übertrifft mit ihren wertvollen Inhaltsstoffen, die des Kopfsalates um ein vielfaches. So besitzt die Vogelmiere doppelt soviel Kalzium, dreimal soviel Kalium und Magnesium und bis zu sieben mal soviel Eisen wie der allzeit beliebte Kopfsalat. Die Vogelmiere hat einen frischen, knackigen Geschmack und eignet sich hervorragend als Salatgrundlage, als frische Suppenbeilage, im Kräuterquark und in Kräuterbutter. Wusstest Du, das man die Vogelmiere auch super auf der Fensterbank ziehen kann? Ein Tee kann bei Husten hilfreich sein.

Samen der Vogelmiere
Samen der Vogelmiere

Vogelmiere kann helfen bei: Appetitlosigkeit, bei Hautproblemen, Husten, Lungenentzündung, Insektenstichen, Rheuma, Schuppenflechte, Verbrennungen und Wunden. Eine Salbe aus der Vogelmiere kann bei Hautproblemen Linderung bringen.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Kastner Hannelore

    Wann kann ich Vogelmiere aussehen im Hochbeet?

    1. janinespreewald

      Hallo liebe Hannelore,
      die Samen können ab Mitte März ausgesät werden. Mit ca. 1 cm Erde bedecken und leicht andrücken.
      Mäßig feucht halten. Ich säe sie auch gern im Herbst auf der Fensterbank aus, so hat man selbst
      im Winter regelmäßig grün zum naschen.
      Liebe Grüße Janine

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